Land muss in zügigen Ausbau der Ganztagsschulen investieren

Eine heute veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung belegt, dass der Ausbau der Ganztagsschulen im Saarland nur langsam voranschreitet. Dazu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Im Saarland besuchten laut Studie im vergangenen Jahr lediglich 27,3 Prozent aller Schüler eine gebundene oder offene Ganztagsschule. Besonders gering ist der Anteil derjenigen, die eine gebundene Ganztagsschule besuchten. Er liegt mit 6,6 Prozent erheblich unter dem Bundesdurchschnitt. Wie eine Umfrage von TNS Emnid gezeigt hat, wünschen sich allerdings bundesweit etwa 70 Prozent der Eltern für ihre Kinder einen Platz in einer Ganztagsschule. Hier besteht also dringender Handlungsbedarf. Immer mehr Eltern sind heutzutage durch berufliche Verpflichtungen darauf angewiesen, dass ihre Kinder auch nachmittags eine angemessene pädagogische Betreuung erhalten. Außerdem bieten Ganztagsschulen bessere Fördermöglichkeiten als Halbtagsschulen.

Die Landesregierung hat mit ihrem Versprechen, während der aktuellen Legislaturperiode 25 neue gebundene Ganztagsschulen einzurichten, den Mund sehr voll genommen. Die bisherige Bilanz ist ernüchternd. Seit Beginn der Legislaturperiode wurden lediglich sechs gebundene Ganztagsschulen neu eingerichtet, zwei weitere sollen im Schuljahr 2014/15 hinzukommen. Das hochgesteckte Ziel, bis 2017 sogar 25 neue Angebote bereitzustellen, halten wir für illusorisch.

Der Ausbau geht entschieden zu langsam voran. Es ist dringend erforderlich, dass das Land mehr Mittel in die Einrichtung von Ganztagsschulen investiert. Dabei reicht es nicht aus, die notwendigen Infrastrukturen zu schaffen. Für den Nachmittagsunterricht und den zusätzlichen Betreuungsaufwand müssen mehr qualifizierte Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter eingestellt werden, anstatt wie geplant Lehrerstellen abzubauen. Außerdem behindert der Streit zwischen Bildungsministerium und den Schulträgern über die Bezahlung der Schulsozialarbeiter den weiteren Ausbau erheblich.“

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