Landesregierung hat Sparquote für Saar-Uni schöngerechnet – Entwicklungsplan grundlegend überarbeiten!

Laut Medienberichten kann die Saar-Uni die von der Landesregierung prognostizierte Sparquote von 7,5 Prozent bis zum Jahr 2020 nicht einhalten. Aufgrund der deutlich reduzierten Finanzausstattung rechnet die Hochschule demnach mit einer Quote von rund zehn Prozent. Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Mit Zahlen kann diese Landesregierung offensichtlich nicht umgehen. Das zeigt das traurige Beispiel der Hochschulfinanzierung erneut. Nun hat auch die Saar-Uni unsere Befürchtungen bestätigt, dass das von der Ministerpräsidentin prognostizierte Einsparvolumen bis zum Jahr 2020 von 7,5 Prozent deutlich zu niedrig gegriffen ist. Vielmehr seien zehn Prozent realistisch. Die Landesregierung hat mit ihrer Prognose nichts anderes als Schönfärberei betrieben, um sich selbst in der Spardiskussion aus der Schusslinie zu nehmen. Damit tut sie nichts anderes, als mit den Sorgen und Ängsten der Studierenden und Hochschul-Mitarbeiter zu spielen.

Die völlig verfehlte Kostenkalkulation der Landesregierung zeigt sich auch am Beispiel der Bibliotheken. So ist laut Aussagen des Uni-Vizepräsidenten das geplante Sparziel von 20 Prozent hier aufgrund erheblicher Kostensteigerungen nicht zu halten. Die Folge wird letztlich eine weitere Einschränkung von wichtigen Serviceangeboten für die Studierenden sein.

Es war das erklärte Ziel der Landesregierung, den Hochschulen im Land Planungssicherheit zu geben. Was sie mit diesem Entwicklungsplan erreicht hat, ist jedoch das Gegenteil. Sie zwingt die Saar-Uni durch ihre unzuverlässigen Kalkulationen und unnötigen Detailvorgaben dazu, ihr Sparprogramm ständig zu revidieren. Wir fordern daher von der Landesregierung, den Hochschulentwicklungsplan in enger Abstimmung mit den Hochschulen grundlegend zu überarbeiten und auf eine sichere finanzielle Grundlage zu stellen. Nur so werden die Hochschulen tatsächliche Planungssicherheit erhalten. Diese ist Grundvoraussetzung, damit sie ihre hervorragenden Leistungen im Lehr- und Forschungsbereich aufrechterhalten können.“

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