Landesregierung hegt kein Interesse an Weiterentwicklung umweltfreundlicher Wasserstoff-Technologie

Landesregierung hegt kein Interesse an Weiterentwicklung umweltfreundlicher Wasserstoff-Technologie

Die Grünen-Landtagsfraktion hat im Juni eine Anfrage an die Landesregierung zu den Plänen für eine künftige Gewinnung von Wasserstoff aus Koksgas und zur Weiterentwicklung der Elektromobilität gestellt. Zu den jetzt erhaltenen Antworten erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Die Landesregierung hat offenbar keinerlei Interesse daran, nachhaltig in die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Wasserstoff-Technologie zu investieren. Dies wird aus den Antworten auf unsere Anfrage deutlich. Demnach sei die Technologieförderung im Saarland völlig offen ausgelegt, spezifische Richtlinien gebe es nicht, einzelbetriebliche Förderungen für die Bereiche der Elektromobilität und Wasserstofftechnologie existieren nicht.

Stattdessen verweist die Landesregierung darauf, dass wegen der besseren Speicherbarkeit und der bestehenden Versorgungsstrukturen Erdgas als Energieträger mittelfristig bedeutsamer bleiben wird. Sie scheint bei dieser Argumentation völlig das Faktum zu ignorieren, dass bei der Erdgasförderung sehr viel Methan freigesetzt wird, das als ein noch größerer Klimakiller gilt als CO2.

Wasserstoff hingegen gilt als einer der Schlüssel zu nachhaltiger Energiewirtschaft und wird unter anderem in Brennstoffzellen für Fahrzeuge eingesetzt. Besonders der aktuelle Abgas-Skandal beim Hersteller Volkswagen verdeutlicht, wie wichtig es im Sinne des Umweltschutzes ist, in solche zukunftsweisenden Technologien zu investieren. Hersteller Toyota als Hybrid- und Wasserstoffspezialist zeigt bereits, dass entsprechende Entwicklungen sowohl ökonomisch als auch ökologisch in die richtige Richtung gehen.

Gerade das Saarland könnte von einer Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie deutlich profitieren, da Wasserstoff als Nebenprodukt bei Kokereiprozessen in der hiesigen Stahlindustrie entsteht. Technologien, mit denen dieser Stoff aus dem Gas weitgehend emissionsarm gefiltert werden kann, sind bereits vorhanden.

Wir fordern daher von der Landesregierung, dem Vorbild anderer Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen zu folgen und entsprechende Pilotprojekte zur Förderung der Wasserstofftechnologie auf den Weg zu bringen.“

Link zur Antwort auf die Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

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