Landesregierung muss angemessenes Betreuungsverhältnis in Kitas sicherstellen – Personal aufstocken!

Der Ländermonitor Frühkindliche Bildung bemängelt das Betreuungsverhältnis in saarländischen Kindergärten (Kinder ab drei Jahren). Demnach kommen auf eine Erzieherin bzw. einen Erzieher im Schnitt 9,8 Kinder. Damit liegt das Saarland unter dem Durchschnitt der West-Bundesländer und deutlich unter den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung für ein angemessenes Betreuungsverhältnis (1 zu 7,5). Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Das Saarland investiert im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich zu wenig in die Personalausstattung in den Kitas und damit auch in die Betreuung unserer Kinder. Dies gilt nicht nur für den Bereich der Kindergärten, sondern auch der Kinderkrippen. Hier hat die Landesregierung die Gruppengrößen von zehn auf elf erhöht und die tatsächlichen Ausgaben im Haushaltsjahr 2015 um 1,3 Millionen Euro gekürzt. Diese Entwicklung ist fatal vor dem Hintergrund, dass die Zahl erziehungsschwieriger und psychisch auffälliger Kinder in den vergangenen Jahren zugenommen hat und damit auch die Belastung der Erzieherinnen und Erzieher deutlich gestiegen ist.

Darüber hinaus sind die Anforderungen an das Kita-Personal beispielsweise durch die Umsetzung der Inklusion, die Betreuung von Migranten und Flüchtlingskindern und die damit notwendige Sprachförderung weiter gestiegen und werden angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation noch weiter steigen. Hinzu kommen Verwaltungsaufgaben, Team- und Elterngespräche sowie Fortbildungsmaßnahmen, sodass das tatsächliche Betreuungsverhältnis im Berufsalltag tatsächlich noch ungünstiger ausfällt, als der reine Personalschlüssel und die Gruppengrößen es vermuten ließen. Laut Angaben des Ländermonitors liegt das Verhältnis von Kindern zu Erzieherinnen und Erziehern in den Kindergärten demnach real bei mindestens 13 zu 1.

Die Landesregierung darf nicht zulasten der Qualität der Bildung und Erziehung unserer Kinder sparen und ihnen damit die Zukunftsperspektive nehmen. Wir fordern von ihr, für eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Kitas zu sorgen, um das Betreuungsverhältnis zu verbessern und sich den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung anzunähern.“

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