Landesregierung setzt mit Hochschulpolitik Zukunft des akademischen Nachwuchses aufs Spiel

Der Personalrat der Saar-Universität befürchtet durch den verordneten Sparzwang enorme Einschnitte beim wissenschaftlichen Personal. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Landesregierung setzt mit ihrer Hochschulpolitik die Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses aufs Spiel. In ihrer schönfärberischen Berechnung hinsichtlich der zu erwartenden Einsparungen bis zum Jahr 2020 geht sie von jährlichen Tarifsteigerungen im Bereich von 0,5 bis maximal 2 Prozent je nach Beschäftigtengruppe aus. Diese Zahl scheint allerdings reine Augenwischerei zu sein. Gewerkschaften und Personalrat der Uni halten einen Anstieg um 2,5 Prozent pro Jahr für realistisch. Weitere enorme Einsparungen wären die Folge.

Vor diesem Hintergrund ist zu befürchten, dass vor allem die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die laut Personalrat zu 83 Prozent befristet beschäftigt sind, von Einspareffekten und somit Personalabbau betroffen sein werden. Viele Verträge würden wohl nicht verlängert. Besonders hart wäre dies für Doktoranden, die sich gerade in der Promotionsphase befinden.

Dies verdeutlicht, wie kurzsichtig sich die Landesregierung bei der Zukunftsplanung für ihre Hochschulen verhält. Sie nimmt dem wissenschaftlichen Nachwuchs quasi durch die Hintertür die Möglichkeit, eine erfolgreiche akademische Laufbahn einzuschlagen. Damit läuft das Land Gefahr, langfristig in eine Abwärtsspirale zu geraten. Denn gut ausgebildete Akademiker, die in den Arbeitsmarkt eintreten, sorgen letztlich für positive Umsatz- und Steuereffekte.

In diesem Zusammenhang erinnern wir daran, dass der Wissenschaftsrat in seinem Papier eindeutig gefordert hat, den akademischen Nachwuchs im Saarland besser zu fördern. Wir fordern daher von der Landesregierung, in Abstimmung mit der Universität bei der Entwicklung der Ziel- und Leistungsvereinbarungen nicht einseitig zulasten bestimmter Beschäftigtengruppen zu kürzen, und enormen Wert darauf zu legen, den Standard der akademischen Ausbildung im Saarland zu wahren.“

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