Landesregierung verteidigt Beibehaltung der Fuchsjagd mit fadenscheinigen Argumenten

Die Grünen-Landtagsfraktion hat im Mai eine Anfrage an die Landesregierung zu den Themen Fuchsjagd und Fuchsschonzeit gestellt. Zu den jetzt herausgegebenen Antworten erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Es scheint, als sei der Landesregierung jedes noch so fadenscheinige Argument recht, um Füchse weiterhin zur Zielscheibe von Jägern zu machen. Sie verteidigt die Beibehaltung der Fuchsjagd unter anderem damit, Infektionskrankheiten wie Tollwut oder parasitäre Erkrankungen wie Echinokokkose (Fuchsbandwurm) einzudämmen. Dabei ignoriert sie wissenschaftliche Fakten. Wie das Bundesinstitut für Tiergesundheit mittelt, gilt die Bundesrepublik seit 2008 als tollwutfrei, es gab seither keinen einzigen Fall mehr. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm wurde laut Angaben des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2013 bei lediglich zwei Personen im Saarland diagnostiziert.

Darüber hinaus entbehrt die Behauptung der Landesregierung, dass Füchse den Bestand von Niederwild wie Hase und Rebhuhn gefährden, jeglicher Grundlage. Denn einerseits lässt die Landesregierung trotz der niedrigen Bestandszahlen noch immer die direkte Bejagung von Hasen zu. So führt die Vereinigung der Jäger des Saarlandes in ihrer Streckenliste 2013/2014 insgesamt 118 Abschüsse auf. Andererseits führt die exzessive Landwirtschaft, durch die giftige Pflanzenschutzmittel in die Umwelt gelangen und Rückzugsgebiete für die Tiere wegfallen, zur Dezimierung der Bestandszahlen. Statt also die Fuchspopulation durch Bejagung einzudämmen, brauchen wir eine effektive Biodiversitätsstrategie mit dem Ziel einer ökologisch verträglichen Landwirtschaft, um Lebensräume für das Niederwild zu erhalten und zu schaffen.

Da die Gefahr der Übertragung von Krankheiten auf den Menschen verschwindend gering geworden ist und Studien gezeigt haben, dass die Jagd keinen regulierenden Einfluss auf die Fuchspopulation hat, wurde die Fuchsjagd in Luxemburg ab April 2015 für ein Jahr ausgesetzt. Im Anschluss soll eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Wir fordern von der Landesregierung, dem Vorbild Luxemburgs zu folgen. Sie muss die Fuchsschonzeit zunächst auf ein Jahr ausweiten und im Anschluss ermitteln, ob der Verzicht auf die Fuchsjagd Auswirkungen auf die Bestandszahlen hat.“

Link zu den Antworten auf die Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

 

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