Mangel an Grundschullehrern: Eingangsbesoldung dauerhaft erhöhen, mehr Lehrkräfte ausbilden!

Zum nach wie vor bestehenden Mangel an Grundschullehrkräften erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„An den Grundschulen im Saarland werden im kommenden Schuljahr 7838 Kinder eingeschult, was einem Zuwachs von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Umso wichtiger ist es, dass Bildungsminister Commerçon die richtigen Rahmenbedingungen setzt, um dem bestehenden Mangel an Lehrkräften im Grundschulbereich entgegenzuwirken. Es kann langfristig keine Lösung sein, Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Schulformen an den Grundschulen einzusetzen, da sich deren Ausbildung von denen der Grundschullehrkräfte deutlich unterscheidet. Darunter leidet die individuelle Förderung der Kinder, die vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Betreuungsbedarf (Inklusion, Flüchtlingskinder) immer wichtiger wird.

Zwar war es ein richtiger Schritt, die Absenkung der Eingangsbesoldung für Nachwuchslehrkräfte an den Grundschulen aufzuheben. Da diese Maßnahme nur auf ein Jahr befristet wird, ist es allerdings fraglich, ob damit genügend Anreize für Bewerberinnen und Bewerber geschaffen werden und das Saarland im Wettbewerb der Länder Schritt halten kann. Wir sprechen uns daher dafür aus, von einer Absenkung der Eingangsbesoldung dauerhaft Abstand zu nehmen.

Dass Minister Commerçon auch an kleineren Grundschulen Konrektorenstellen schaffen möchte, ist begrüßenswert. Allerdings gestaltet es sich schwierig, genügend Bewerber für vakante Konrektoren- und auch Rektorenstellen zu finden. Der Grund ist unter anderem, dass Lehrer in Leitungsfunktionen an Grundschulen wegen ihrer hohen Unterrichtsverpflichtung häufig überlastet sind und oft Verwaltungsaufgaben erledigen müssen, da ein Sekretariat fehlt. Um hier Anreize zu setzen, muss die Unterrichtsverpflichtung sowohl für Rektoren- als auch Konrektoren abgesenkt werden.

Um die Qualität der Betreuung an den Grundschulen generell zu verbessern und alle Kinder gleichermaßen fördern zu können, darf aus unserer Sicht perspektivisch kein Weg an einer Begrenzung der Klassengrößen auf 20 Schüler vorbeiführen. Dazu ist eine Nachpersonalisierung im Grundschullehrerbereich unerlässlich. Daher muss es wieder mehr jungen Menschen ermöglicht werden, ein Grundschullehrerstudium im Saarland aufzunehmen. Wir fordern, die Zahl der Studienplätze an der Saar-Uni wieder auf 60 pro Semester anzuheben. Die Landesregierung hatte diese zum Wintersemester 2014/15 auf 30 zurückgefahren. Darüber hinaus brauchen wir aufgrund der Inklusion deutlich mehr Förderschullehrer an den Regelschulen und auch eine Nachpersonalisierung im Bereich der Lehrerfeuerwehr, um längeren Unterrichtsausfall vermeiden zu können.“

Print Friendly