Medizinische Versorgung auf dem Land sicherstellen!

Laut Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland sind derzeit 23 Hausarztpraxen sowie acht Facharztpraxen überwiegend im ländlichen Raum nicht besetzt. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Zwar kann zurzeit von einem Ärztemangel bundesweit und auch im Saarland noch keine Rede sein. Allerdings warnt der AOK-Bundesverband in seinem neuesten Ärzteatlas davor, dass es vor allem in ländlichen Gebieten künftig zu einer Unterversorgung mit Hausärzten kommen könne. Denn einerseits würden sich viele Ärzte vorrangig in Ballungsgebieten niederlassen. Andererseits liegen die Probleme auch in der Altersstruktur begründet. Laut Angaben des Ärzteatlas‘ hat im Jahr 2015 rund ein Drittel der Hausätzte (17.794 von 54.094) bereits das 60. Lebensjahr überschritten. Das Saarland stellt bei der Quote keine Ausnahme dar (221 von 662).

Hält dieser Trend an, dürfte langfristig eine Unterversorgung wohl nicht mehr auszuschließen sein. Gerade aufgrund der Alterung der Bevölkerung werden künftig immer mehr Menschen auf medizinische Leistungen angewiesen sein. Es kann keine Lösung sein, dass viele Ärzte bis über ihr 65. Lebensjahr hinaus arbeiten. Wir brauchen zum einen mehr Anreize, um jungen Menschen den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Forderung der Bundesärztekammer, dass die Vergabe von Studienplätzen nicht mehr ausschließlich von der Abiturnote abhängig gemacht wird. Es müssen auch Faktoren wie psychosoziale Kompetenzen, einschlägige praktische Erfahrungen und soziales Engagement berücksichtigt werden.

Darüber hinaus brauchen wir im Saarland endlich einen bedarfsgerechten Versorgungsplan, um dem Überangebot in Ballungsräumen und der Unterversorgung auf dem Land zu begegnen. Bestandteil dessen muss es auch sein, bestehende Einrichtungen in den ländlichen Gebieten zu Gesundheitszentren auszubauen. Dies würde das Saarland gerade für Nachwuchsmediziner attraktiv machen. Denn wie der Trend zeigt, sind diese häufiger auf der Suche nach einer Anstellung in einem Versorgungszentrum, als den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.“

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