Mehr Flüchtlingskinder in Schulen: Auf Lehrerstellenabbau verzichten, Schulsozialarbeit stärken!

Das Bildungsministerium rechnet  laut Medienberichten damit, dass im kommenden Schuljahr mehr als 1500 weitere Flüchtlingskinder in den Schulen im Saarland unterrichtet werden und fordert von der Landesregierung, den geplanten Sparkurs im Bereich des Lehrpersonals zu überdenken. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Steigende Schülerzahlen, wachsende Anforderungen an das Lehrpersonal und gleichzeitig ein drastischer Stellenabbau: Offenbar hat inzwischen sogar das Bildungsministerium erkannt, dass diese Formel nicht aufgeht. Dass das Ministerium selbst nun von der Landesregierung fordert, den Sparkurs bis zum Jahr 2020 zu überdenken, verdeutlicht, dass die Große Koalition aus CDU und SPD bei diesem wichtigen Zukunftsthema offenbar nicht dazu fähig ist, eine gemeinsame Sprache zu sprechen – zum Leidwesen der Schüler und Lehrer.

Um den zahlreichen Flüchtlingskindern, die zurzeit unsere Schulen besuchen beziehungsweise künftig besuchen werden, eine Zukunftsperspektive zu geben, müssen wir sie angemessen betreuen und fördern. Dies kann nur durch mehr Personal und im Besonderen durch zusätzliche Sprachförderlehrkräfte gelingen. Da laut Ministerium offenkundig genügend Bewerbungen vorliegen, fordern wir, dass die Zahl der Lehrerstellen ab dem kommenden Schuljahr in einem angemessenen Maß aufgestockt wird. Um die nötigen Mittel aufbringen zu können, muss das Land den Bund endlich mehr in die Finanzierungsverantwortung für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen nehmen und auf dauerhafte, strukturelle Hilfen pochen.

Darüber hinaus werden durch die wachsende Zahl an Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien, die häufig traumatisiert sind und entsprechend auf mehr Betreuung angewiesen sind, die pädagogischen Anforderungen an das Lehrpersonal deutlich wachsen. Da Lehrerinnen und Lehrer für solche Aufgaben jedoch nicht ausgebildet sind, muss die Landesregierung den Bereich der Schulsozialarbeit stärken. Wir fordern von Bildungsminister Commerçon, an jeder weiterführenden Schule je nach Größe mindestens eine Schulsozialarbeiterstelle einzurichten. Dadurch würde es auch möglich, die sogenannten Schoolworker dauerhaft an einer Schule, statt wie bislang nur stunden- oder tageweise einzusetzen.“

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