Milchkrise bringt Landwirte in Finanznot – Jost muss Umstellung auf Öko-Landbau weiter fördern

Zur prekären Finanzsituation der Milchbauern im Saarland erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Aufgrund des weiter fallenden Milchpreises haben die Bauern auch im Saarland mit erheblichen Umsatzverlusten zu kämpfen. Bereits jetzt warnt der Bauernverband davor, dass die Betriebe nicht mehr kostendeckend arbeiten können, falls sie für einen Liter Milch weniger als 20 Cent bekommen sollten. Umso wichtiger ist es vor diesem Hintergrund, dass die Landesregierung die Umstellung auf die Öko-Landwirtschaft weiter fördert. Tatsache ist, dass die Nachfrage nach Erzeugnissen aus ökologischer Herstellung weiter steigt und Bio-Milch das rentabelste Produkt in der Öko-Landwirtschaft darstellt. Zudem liegt der Selbstversorgungsgrad bei Bio-Milch in Deutschland bei gerade einmal 70 Prozent, der Rest muss importiert werden. Dies ist ein weiterer Grund dafür, diese Marktlücke zu füllen.

Umweltminister Jost setzt vor diesem Hintergrund ein völlig falsches Signal, indem er keine weiteren Anträge von Betrieben zur Umstellung auf Öko-Landbau mehr annimmt. Laut Vorgaben der EU soll langfristig ein Anteil der ökologischen Anbaufläche von 25 Prozent erreicht werden. Um dies zu gewährleisten, müsste die Landesregierung aus den sogenannten ELER-Fördermitteln im Zeitraum von 2014 bis 2020 insgesamt 14 Millionen Euro in die Öko-Landwirtschaft investieren. Sie belässt es jedoch bei elf Millionen. Wir fordern von Minister Jost, zusätzliche drei Millionen aus Landesmitteln aufzubringen, um die Umstellung auf die Öko-Landwirtschaft weiter zu fördern. Schließlich steht hier auch die Existenz von Betrieben auf dem Spiel.

Darüber hinaus muss die Landesregierung gegenüber dem Bund darauf hinwirken, dass in der konventionellen Landwirtschaft die Produktionsmengen von Milch reduziert werden, um den Markt zu regulieren und zu verhindern, dass der Milchpreis weiter ins Bodenlose fällt.“

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