Modellprojekt Fachoberschule Plus: Bildungsminister muss für ausreichende Personalausstattung sorgen

Die Landesregierung startet im kommenden Schuljahr das Modellprojekt „FOS.Plus“ mit dem Ziel, die Wiederholer- und Abbrecherquote an den Fachoberschulen im Land zu senken. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Angesichts der teilweise hohen Wiederholer- und Abbrecherquote an den saarländischen Fachoberschulen halten wir es für sinnvoll und wichtig, gezielt Maßnahmen zur Förderung der Schülerinnen und Schüler auf den Weg zu bringen. Zusätzliche Unterrichtsstunden in Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen und eine Praktikums-Betreuung durch das Lehrpersonal sind ein guter Ansatz, um gegen fachspezifische Defizite vorzugehen.

Allerdings stellt sich die Frage, mit welchem Personal die drei zusätzlich geplanten Unterrichtsstunden ab Klassenstufe 11 bewältigt werden sollen. Wie die Landesregierung in der Sitzung des Bildungsausschusses am 12. März angekündigt hat, soll hier das Modell der Vorgriffstunden angewandt werden. Lehrer müssten demnach vorübergehend zusätzliche Unterrichtsstunden halten, die über ihr gewöhnliches Stundenkontingent hinausgehen. Wir lehnen ein solches Modell vor dem Hintergrund, dass das Lehrpersonal mit seinen vielfältigen Betreuungsaufgaben bereits jetzt häufig überlastet ist, ab. Von einer solchen Regelung profitieren letztlich auch die Schülerinnen und Schüler nicht.

Ebenfalls für bedenklich halten wir den im Ausschuss vorgebrachten Vorschlag, zusätzlich befristete Lehrkräfte einzustellen. Es kann nicht sein, dass die Lehrerinnen und Lehrer wieder auf der Straße sitzen, falls das Modellprojekt nach Ablauf nicht fortgeführt wird. Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht, dem Lehrpersonal langfristig eine berufliche Perspektive zu geben.

Absolut kontraproduktiv in diesem Zusammenhang ist die geplante Streichung von 20 Lehrerstellen an den beruflichen Schulen. Damit die Schülerinnen und Schüler von diesem Modellprojekt profitieren und dieses später in den Regelbetrieb übergehen kann, muss Bildungsminister Commerçon auf den geplanten Stellenabbau verzichten und für eine ausreichende Personalausstattung an den Fachoberschulen sorgen. Der Sparkurs der Landesregierung darf nicht zulasten der Bildung und individuellen Förderung unserer Kinder gehen.“

 

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