Nach Familienbericht: Kita-Angebot ausbauen, einkommensabhängige Gebührenstaffelung einführen!

Vor dem Hintergrund des ersten Familienberichts des Saarlandes bekräftigt die Grünen-Landtagsfraktion ihre Forderung nach einem konsequenten Kita-Ausbau, mehr Investitionen in die Personalausstattung und einer soziale Gebührenstaffelung für alle Kinderkrippen- und Kindergartenjahre. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Klaus Kessler:

„Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf besteht im Saarland großer Nachholbedarf. Das wird aus dem Familienbericht deutlich. Besonderes Augenmerk gilt hierbei dem Kita-Bereich. So wird der Bedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren weiter steigen. Und bereits jetzt besteht laut des Berichts eine Lücke von elf Prozent zwischen Angebot und Bedarf.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Betreuungsangebote im frühkindlichen Bereich weiter konsequent ausgebaut werden müssen. Dabei muss auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten von Kitas diskutiert werden. Dass viele Einrichtungen bereits um 17 Uhr schließen, stellt besonders Alleinerziehende mit längeren Arbeitszeiten vor Probleme. Wir erwarten von der Landesregierung, das Gespräch mit den Trägern zu suchen, um hier sozialverträgliche Lösungen zu finden.

Erweiterte Öffnungszeiten, aber auch die notwendige qualitative Verbesserung des Betreuungsangebots, machen deutlich mehr Investitionen in die Personalausstattung nötig. Hier liegt das Saarland im Kindergartenbereich ohnehin unter dem Bundesdurchschnitt. So ist laut Angaben des Ländermonitors für frühkindliche Bildungssysteme hierzulande eine Erzieherin beziehungsweise ein Erzieher rechnerisch für die Betreuung von 9,6 Kindern zuständig. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 8,6.

Darüber hinaus stellen die hohen Kita-Gebühren besonders Alleinerziehende und generell Familien aus sozial schwächeren Verhältnissen vor finanzielle Probleme. Wie kürzlich eine Bertelsmann-Studie gezeigt hat, halten 74 Prozent der Eltern im Saarland die Gebühren für zu hoch. Wir fordern die Landesregierung daher auf, die bisher lediglich im dritten Kindergartenjahr geltende, einkommensabhängige Gebührenstaffelung auf alle Kinderkrippen- und Kindergartenjahre auszuweiten. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Kinder die gleichen Bildungschancen erhalten. Dies darf jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg zu vollständig gebührenfreien Kitas sein. Spätestens ab dem Jahr 2020, wenn die Finanzhilfen für das Saarland aufgestockt werden, muss die Gebührenfreiheit ernsthaft angegangen werden.“

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