Nach G8/G9-Anhörung: Lernbedingungen an Gymnasien verbessern, Oberstufen der Gemeinschaftsschulen ausbauen!

In der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses fand die Anhörung zur Volksinitiative „G9-jetzt-Saarland“ statt. Zu den Ergebnissen erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Als Ergebnis der heutigen Anhörung und der im Vorfeld eingereichten schriftlichen Stellungnahmen der verschiedenen Organisationen (Verbände, Interessensvertretungen, Lehrervertretungen, etc.) lässt sich feststellen: Es gibt keine breite gesellschaftliche Mehrheit zur Rückkehr zu G9. Dem gegenüber erfährt das Zwei-Säulen-Modell, das die Vorgängerregierung auf den Weg gebracht hat, breite Unterstützung. Mit der damit erfolgten Einführung der Gemeinschaftsschule wurde eine Alternative zu G8 mit der Möglichkeit des Abiturs nach neun Jahren geschaffen. Unter anderem aus diesem Grund stieß auch der Vorschlag, künftig eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 einzuführen, auf deutliche Ablehnung. Dies würde außerdem zu erheblichem zusätzlichem organisatorischen Aufwand führen, da neue Lehrpläne erstellt und zusätzliche Klassen gebildet werden müssten.

Stattdessen müsse die Landesregierung endlich zielführende Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien zu entlasten. Dies halten wir auch aufgrund der berechtigten Kritik der Elterninitiative „G9-jetzt“, die eine zunehmende Belastung der Gymnasialschüler bemängelt, für unerlässlich. Bildungsminister Commerçon muss endlich reagieren, indem er für eine bessere Personalausstattung an den Gymnasien sorgt, das Förderangebot deutlich ausweitet und die Klassengrößen reduziert. Außerdem muss er die Gymnasien als gebundene Ganztagsschulen auf den Weg bringen. Bislang wurde dieses Modell an noch keinem einzigen Standort umgesetzt.

Darüber hinaus muss die Landesregierung ihre Verzögerungstaktik beim Ausbau der Oberstufen der Gemeinschaftsschule aufgeben. Wir fordern von Bildungsminister Commerçon, diese Schulform endlich stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und die künftigen Oberstufenstandorte der Gemeinschaftsschulen im Land umgehend bekannt zu geben. Für insgesamt 46 Gemeinschaftsschulen hat er bislang noch keine Aussage darüber getroffen, ob sie in Kooperation mit einem anderen Standort oder selbst eine gymnasiale Oberstufe anbieten werden. Damit diese Schulform eine echte Alternative zu G8 werden kann, müssen die Eltern Gewissheit darüber haben, an welchen Standorten die Oberstufe künftig angeboten wird. Denn davon hängt mitunter auch maßgeblich die Entscheidung ab, an welcher Schule sie ihr Kind anmelden werden.“

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