Nahe-Bahnstrecke vollständig elektrifizieren! – Einsatz von Dieseltriebwagen ist ökologischer und ökonomischer Unsinn

Seit Dezember verkehrt ein Regionalexpress der Firma Vlexx auf der Nahe-Bahnstrecke zwischen Saarbrücken und Frankfurt/Main. Da ein Teilstück der Strecke nicht elektrifiziert ist, muss der Betreiber Dieseltriebwagen einsetzen. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Die Landesregierung muss sich endlich dafür einsetzen, dass die wichtige Nahe-Strecke vollständig elektrifiziert wird. Die Bahnverbindung von Saarbrücken bis Frankfurt kann von Elektrotriebwagen nicht befahren werden, da zwischen Neubrücke und Gau Algesheim auf circa 96 Kilometern keine elektrischen Oberleitungen vorhanden sind. Bislang hat es die saarländische Landesregierung versäumt, sich in Kooperation mit Rheinland-Pfalz um eine vollständige Elektrifizierung der Strecke zu bemühen. Damit betreibt sie sogar Wortbruch. Denn in ihrem Koalitionsvertrag hat sie explizit festgeschrieben, sich dafür einzusetzen, „dass die Nahestrecke auf rheinland-pfälzischer Seite durchgängig elektrifiziert […] wird“. Bislang können wir jedoch weder auf saarländischer noch rheinland-pfälzischer Seite Bemühungen in dieser Hinsicht erkennen.

Stattdessen hat man auf der Grundlage, dass die Nahe-Strecke nicht von Elektrotriebwagen befahren werden kann, einen 22,5-Jahresvertrag mit Vlexx abgeschlossen. Die Firma musste sich also auf Dieseltriebwagen festlegen. Dieses Vorgehen der Landesregierung ist nicht bloß ökologischer, sondern auch ökonomischer Unsinn. Die Betriebskosten für Dieseltriebwagen liegen 50 Prozent höher als für Elektrotriebwagen. Laut VCD Saar hätte man die Kosten für eine Elektrifizierung der Strecke durch die Kostenersparnis beim Regionalexpress über die Vertragslaufzeit hinweg nahezu vollständig decken können.

Wir fordern die Landesregierung auf, sich an die Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag zu halten, und in Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz die vollständige Elektrifizierung der Bahn-Strecke endlich voranzutreiben. Wir werden dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses (14. Januar) setzen.“

 

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