Nationalpark Hunsrück-Hochwald braucht gute ÖPNV-Anbindung – Wiederbetrieb der Hochwaldbahn!

Im Mai wird der in Kooperation zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz errichtete Nationalpark Hunsrück-Hochwald eröffnet. Die Anbindung des Parks an den öffentlichen Personennahverkehr von saarländischer Seite aus ist jedoch noch unzureichend. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Im November 2014 haben sich alle Fraktionen im Landtag übereinstimmend für die Errichtung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ausgesprochen, der im kommenden Mai eröffnet wird. Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium rechnet mit 100.000 Besuchern jährlich. Die Landesregierung muss dieses Großprojekt als Chance begreifen, den Tourismus im Saarland zu stärken. Dazu ist es nötig, den Park gut an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anzubinden. Bislang verkehrt auf der Strecke Türkismühle-Hermeskeil-Trier, auf der mit Otzenhausen ab Pfingsten das Eingangstor zum Park liegen wird, lediglich im Sommer und nur an Wochenenden eine Buslinie. Es besteht also dringender Verbesserungsbedarf.

Eine ideale und umweltfreundliche Anbindung an den Nationalpark würde aus unserer Sicht die zurzeit stillgelegte Hochwaldbahn-Strecke zwischen Türkismühle und Hermeskeil darstellen. Der Großteil dieser Trasse liegt auf saarländischem Gebiet. Leider zeigt die Landesregierung bislang kein Interesse an einem Wiederbetrieb. Stattdessen kursiert im Wirtschaftsministerium die Idee, die Trassenstrecke zurückzubauen und durch einen Radweg zu ersetzen. Jedoch würde dieser Radweg nach jüngsten Schätzungen Kosten von sechs Millionen Euro verursachen. Notwendige Sanierungsmaßnahmen der Trassenstrecke würden jedoch nur zwei Millionen Euro betragen, wie aus einer Ausschreibung des ehemaligen Betreibers, der Hunsrückbahn, hervorgeht. Zudem existiert entlang der Strecke Türkismühle-Hermeskeil bereits ein Radweg.

Wir fordern daher von der Landesregierung, in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden sämtliche Möglichkeiten zu prüfen und Maßnahmen in die Wege zu leiten, um die Hochwaldbahn künftig wieder für den Personenverkehr einzusetzen. Zur Unterstützung der Finanzierung der Bahn kann sich die Landesregierung an einem Konzept orientieren, das im Bayerischen Wald erfolgreich umgesetzt wurde. Dort wird das ÖPNV-System mit Einnahmen aus Parkgebühren unterstützt.“

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