Neuregelung der Inkontinenz-Versorgung geht zulasten der Gesundheit pflegebedürftiger Menschen

Nachdem der Verband der Ersatzkassen den Rahmenvertrag zur Regelung der Versorgung von Pflegeheimen mit Inkontinenz-Material gekündigt hat, werden Patienten beziehungsweise Angehörige ab Oktober selbst für dessen Beschaffung sorgen müssen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir halten es gegenüber den vielen pflegebedürftigen Menschen in unserem Land für absolut unverantwortlich, die bislang gut funktionierende Regelung zur Ausstattung der Heime mit Windeln und anderem Inkontinenz-Material aufzugeben. Aspekte wie Kosteneinsparungen dürfen nicht zulasten der Gesundheitsversorgung von Menschen gehen. Doch genau das droht nun, zu geschehen. Denn wie soll es pflegebedürftigen Menschen ohne Angehörige, die etwa aufgrund von Demenz am alltäglichen Leben überhaupt nicht mehr teilnehmen können, möglich sein, sich mit Windeln auszustatten und den Erhalt auch noch zu quittieren? Darüber hinaus darf es schon aus bürokratischen und Kostengründen Patienten und Angehörigen nicht zugemutet werden, selbst für Inkontinenz-Material sorgen zu müssen.

Wir fordern daher von Sozialministerin Monika Bachmann, sich entschieden gegen die Abschaffung der bisherigen Regelung auszusprechen. Sie muss diesbezüglich das Gespräch mit den Pflegegesellschaften und dem Verband der Ersatzkassen suchen, um zu erreichen, dass der jetzige Rahmenvertrag auch über Ende September hinaus bestehen bleibt.“

 

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