Neuregelung des Ethik-Unterrichts ist halbherzig – Commerçon verschwendet mit Lehrplan-Kommission wichtige Ressourcen

Zur beschlossenen Einführung des freiwilligen Ethikunterrichts ab Klassenstufe 5 und der Ankündigung von Bildungsminister Commerçon, eine Kommission zur Erarbeitung von Lehrplänen einzusetzen, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Was die Landesregierung mit der Einführung des Ethik-Unterrichts ab Klassenstufe 5 zustande gebracht hat, kommt einer Billiglösung gleich. Tatsache ist, dass den Schulen nicht einmal zusätzliche Lehrerstunden für das Fach Ethik bereitgestellt werden. Dies wird entweder dazu führen, dass andere Bildungsangebote eingeschränkt oder manche Schulen aufgrund ihres Budgets erst gar keinen Ethikunterricht anbieten werden. Eine solche Regelung läuft letztlich auf eine Ungleichbehandlung derjenigen Schülerinnen und Schüler im Saarland hinaus, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Von einer tatsächlichen Ausweitung des Ethik-Unterrichts kann keine Rede sein. Die Sinnhaftigkeit dieser halbherzigen Regelung erschließt sich schon allein vor dem Hintergrund nicht, dass zahlreiche Schulen im Land das Fach Ethik bereits seit Jahren optional im Rahmen ihres Stundenbudgets anbieten.

Darüber hinaus ist es unverständlich, weshalb Bildungsminister Commerçon jetzt eine Kommission zur Erarbeitung von Ethik-Lehrplänen beauftragt hat. So wird das Fach am Schengen-Lyzeum schon seit vielen Jahren verbindlich unterrichtet. Entsprechende Lehrpläne sollten also  eigentlich längst vorliegen. Im Nachbarland Rheinland-Pfalz gibt es diese im Übrigen bereits seit Jahren. Zudem müssen auch die saarländischen Schulen, die Ethik-Unterricht bereits heute anbieten, auf entsprechende Unterrichtsmaterialien zurückgreifen. Jetzt eine Kommission zur Erstellung von Lehrplänen einzusetzen, bedeutet nichts anderes, als eine Verschwendung von Ressourcen, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden.“

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