Nur Stilllegung des Pannenreaktors Cattenom schafft Sicherheit!

Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass es bei 25 der 58 von der EDF in Frankreich betriebenen Atomkraftwerke zu einer verstärkten Korrosion der Brennstoffhüllen gekommen ist. Jetzt ist klar, dass auch der Pannenreaktor in Cattenom hiervon betroffen ist. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Am vergangenen Freitag hat das französische Nachrichtenportal Mediapart unter Bezug auf einen internen Bericht des Atomkraftwerksbetreibers Electricté de France (EDF) vermeldet, dass es bei 25 der 58 französischen Atomkraftwerke zu einer übermäßigen Korrosion der Brennstoffhüllen aus Zirkaloy-4 gekommen ist. Als Folge der Korrosion sei in einigen Fällen die Mindestdicke der Brennstoffhüllen nicht mehr vorhanden, weshalb nicht auszuschließen ist, dass es in der Folge zu Rissen der Hüllen kommen kann. Jetzt hat es sich bestätigt, dass auch der Pannenreaktor in Cattenom von der Korrosion der Brennstoffhüllen betroffen ist.

Erwartungsgemäß erklärte die EDF-Pressestelle gegenüber der AFP dass „zum jetzigen Zeitpunkt kein Sicherheitsproblem festgestellt wurde und es folglich kein Betriebsproblem gebe“. Unter Berufung auf das interne EdF-Dokument verweist Mediapart aber darauf, dass die französische Atomaufsichtsbehörde Autorité de sûreté nucléaire“ (ASN) beabsichtige „betriebstechnische Einschränkungsmaßnahmen zu ergreifen um Rissen in den Brennstoffhüllen vorzubeugen.“

Dieser erneute Störfall jetzt im innersten Bereich der Kraftwerke zeigt einmal mehr, dass die Atomkraft letztlich nicht beherrschbar ist.

Der Stresstestbeauftragte Dieter Majer hatte erst in der vergangenen Woche anlässlich des Ausfalls einer Pumpe in Block 2 die Sicherheitskultur im AKW Cattenom gerügt und dessen Abschaltung gefordert. Die nach dem Stresstest angeordneten Sicherheitsmaßnahmen hat bis jetzt noch niemand umgesetzt, und die Reihe der bislang zum Glück nur kleineren Pannen zeichnen ein erschreckendes Bild der Sicherheitskultur der Betreiberfirma EDF.

Die erheblichen Defizite können nicht zeitnah und umfassend beseitigt werden. Das AKW gehört schnellstmöglich vom Netz. Alles andere ist Augenwischerei!“

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