Personalnotstand an Schulen: Lehrerstellen umgehend aufstocken, Schulsozialarbeit ausbauen

Zur massiven Kritik des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (SLLV) an der personellen Unterbesetzung der Schulen im Land aufgrund der zunehmenden Zahl an Flüchtlingskindern erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wie es scheint, brodelt es hinter den Kulissen bei der Großen Koalition aus CDU und SPD gewaltig. Die Unfähigkeit der Regierungsparteien, sich zügig auf eine gemeinsame Linie zu einigen und die Schaffung weiterer Lehrerstellen zu beschließen, geht zu nichts anderem als zum Leidwesen der Schülerinnen und Schüler und des überforderten Lehrpersonals. Die CDU darf sich im Bildungsbereich nicht weiter an die Schuldenbremse klammern. Schließlich stehen hier die Zukunft unseres Nachwuchses und die der zahlreichen Flüchtlingskinder in unseren Schulen auf dem Spiel.

Es ist ein Armutszeugnis, dass Finanzminister Toscani um klare Aussagen herumlaviert und auf eine Arbeitsgruppe verweist, die ein Gesamtbild der Lage erstellt und erst in Monaten konkrete Ergebnisse liefern wird. Tatsache ist, dass in den Schulen bereits jetzt ein Notstand herrscht und das Lehrpersonal umgehend aufgestockt werden muss. Die Zeitnot ist besonders akut, zumal die mobile Lehrerreserve, auf die Bildungsminister Commerçon zur Bildung neuer Klassen zurückgegriffen hat, bereits vollständig im Einsatz ist. Dieses Personal fehlt nun an anderer Stelle. Bei Erkrankungen, die sich angesichts der bevorstehenden Grippezeit sicherlich häufen werden, wird so Unterrichtsausfall nicht mehr kompensiert werden können. Der Rückgriff auf die mobile Lehrerreserve kann also bestenfalls nur eine kurzfristige Notlösung sein.

Wir fordern von der Landesregierung, umgehend den zusätzlichen Personalbedarf an den Schulen im Land zu prüfen und die Zahl unbefristeter Lehrerstellen entsprechend aufzustocken. Darüber hinaus muss auch der Bereich der Schulsozialarbeit dringend gestärkt werden. Denn vor allem durch die steigende Zahl der Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien, die häufig traumatisiert sind und auf mehr Betreuung angewiesen sind, sind die pädagogischen Anforderungen an das Lehrpersonal deutlich gewachsen. Bei dieser Aufgabe müssen sie von Sozialarbeitern dringend unterstützt werden. Wir fordern von Bildungsminister Commerçon, an jeder weiterführenden Schule je nach Größe mindestens eine Schulsozialarbeiterstelle dauerhaft einzurichten.“

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