Pläne für Schließungen von Gemeinschaftsschulen sind verfrüht – Standort Bous soll erhalten bleiben

Bildungsminister Commerçon hat in der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstag angekündigt, ab kommendem Schuljahr die Gemeinschaftsschule Bous mit Wadgassen zusammenzulegen. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Die Schulschließungspläne der Landesregierung werden konkret. Ab dem Schuljahr 2015/16 soll die Gemeinschaftsschule Bous als eigenständiger Standort aufgegeben und mit Wadgassen zusammengelegt werden. So sieht es die Planung des Bildungsministeriums in Abstimmung mit dem zuständigen Schulträger, dem Landkreis Saarlouis, vor. Damit würde der Standort Bous im Landkreis Saarlouis erstes Opfer des von der Landesregierung unnötig verschärften Schulordnungsgesetzes.

Wir halten die Entscheidung über die Schulschließung zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht, zumal seitens der Schulleitung mitgeteilt worden ist, dass mittlerweile insgesamt noch 190 Schülerinnen und Schüler die Schule besuchen. Der Standort hatte nicht annähernd genügend Zeit, sich zu entwickeln, ein attraktives Profil aufzubauen und mehr Schülerinnen und Schüler für sich zu gewinnen.

Dies könnte der Schule in den kommenden Jahren aber durchaus noch gelingen. Denn zum einen fällt der Schülerrückgang moderater aus, als von der Landesregierung zunächst prognostiziert. Zum anderen ist es durchaus möglich, dass sich die Schülerströme in den kommenden Jahren anders verteilen. Außerdem sollte der Schule durch das Bildungsministerium erlaubt werden, wie in der Nachbarschule Schwalbach Englisch als erste Fremdsprache anzubieten, da dies viele Eltern bei der Schulwahl bevorzugen. Dadurch würde ein Wettbewerbsnachteil für Bous beseitigt.

Wir fordern daher von Bildungsminister Commerçon, die Gemeinschaftsschule in Bous auch im kommenden Schuljahr als eigenständigen Standort zu erhalten. Ihr muss wie auch allen anderen gefährdeten Gemeinschaftsschulen bis einschließlich dem Schuljahr 2016/17 Zeit gegeben werden, ihre Schülerzahlen zu steigern und sich zu profilieren.“

Da der Kreistag als Schulträger einer solchen Schulschließung zustimmen muss, kündigt Klaus Kessler an, dass er auch als Kreistagsmitglied einer Auflösung des Standorts Bous nicht zustimmen wird.

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