Platzmangel an HTW: Landesregierung muss neues Campuskonzept erarbeiten

Laut Angaben des Rektors der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Wolrad Rommel, werden selbst das neue HTW-Hochhaus und das geplante Zentralgebäude die Platzprobleme der Hochschule nicht lösen. Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Mit dem Bezug des kernsanierten Hochhauses an der Saarbrücker Stadtautobahn sollte vor fast zweieinhalb Jahren ein wichtiger Schritt zur Zentralisierung der HTW am Standort Alt-Saarbrücken vollzogen werden. Mit ihrem Missmanagement hat die Landesregierung jedoch das Gegenteil, nämlich eine Zerfaserung der Hochschule, erreicht. Wann das neue Gebäude bezugsfertig wird, ist noch immer unklar. Die Verzögerungen haben die HTW sogar dazu gezwungen, auf den abgelegenen Standort Göttelborn auszuweichen. Diese Zersplitterung dürfte langfristig einen erheblichen Attraktivitätsverlust für die Hochschule nach sich ziehen.

Doch dies ist längst nicht die einzige Fehlleistung der Landesregierung in Bezug auf die HTW. Bereits im Sommer 2014 hatte Rektor Rommel bemängelt, dass selbst das neue Lehrgebäude in Alt-Saarbrücken die Platzprobleme der Hochschule nicht lösen könne. Der Grund läge in den steigenden Studierendenzahlen begründet. Eine Reaktion der Landesregierung darauf ist jedoch bis zum heutigen Tage ausgeblieben. Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller besorgten Studierenden und Mitarbeiter. Erschwerend hinzu kommt ein immenser Sanierungsstau an einigen Gebäuden am Standort Alt-Saarbrücken, über den bereits ausführlich im Wissenschaftsausschuss im April 2015 berichtet wurde. Wird die Raumproblematik nicht gelöst, stehen laut Angaben von Rektor Rommel sogar wichtige Drittmittel auf dem Spiel, da Forschungsprojekte nicht realisiert werden können.

Die Landesregierung darf diesem langsamen Zerfall der Hochschulen im Land nicht länger tatenlos zusehen. Wir fordern von ihr, in enger Kooperation mit der HTW ein neues Campuskonzept zu erarbeiten, um der Raumnot zu begegnen und die Zentralisierung am Standort Alt-Saarbrücken voranzutreiben. In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob mittelfristig auch eine Nutzung des ehemaligen Pingusson-Gebäudes als Lehr- und Forschungsgebäude infrage kommt. Darüber hinaus fordern wir von der Landesregierung, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die HTW finanziell bei dringend notwendigen Sanierungsarbeiten zu unterstützen.“

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