Rahmenbedingungen für Inklusion verbessern! – Kleinere Klassen, mehr Förderschullehrer

Zur Kritik des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR) an der Umsetzung der Inklusion im Saarland erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Es ist der Grundgedanke der Inklusion, allen Schülerinnen und Schülern gleichberechtigten Zugang zum Bildungssystem zu ermöglichen. Damit dies gelingen kann, ist es entscheidend, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf eine intensive pädagogische Betreuung erhalten. Hierzu müssen sich die Rahmenbedingungen an den saarländischen Schulen noch erheblich verbessern, was auch die Kritik zahlreicher Verbände deutlich macht. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Personalsituation.

Zum einen sind die Grundschulen im Land seit diesem Schuljahr verpflichtet, die Inklusion umzusetzen, wodurch die Anforderungen an das Lehrpersonal gestiegen sind. Zum anderen wird die Inklusion ab dem Schuljahr 2016/17 auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet. Um den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht werden zu können, müssen diese in deutlich kleineren Klassen unterrichtet werden. Dazu ist es unerlässlich, dass die Landesregierung den Stellenplan überarbeitet und anstatt 130 insgesamt 230 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer bis Ende des Schulhalbjahrs einstellt. Zur Umsetzung der Inklusion sind darüber hinaus erheblich mehr Förderschullehrkräfte erforderlich als bislang vorgesehen. Im Haushaltsplan der Landesregierung für 2016 und 2017 ist allerdings keine Aufstockung der Planstellen für Förderschullehrer vorgesehen. Es bleibt bei konstant 660 Stellen.

Hier ist die Landesregierung also auf einem völlig falschen Weg. Falsch ist es auch, die Ausbildung der Referendare für Sonderpädagogik zurückzufahren. Während es 2015 noch 90 Anwärter gab, sollen es in den kommenden beiden Jahren jeweils nur noch 67 sein. Angesichts dieser Situation kann die Inklusion im Saarland nicht erfolgreich umgesetzt werden. Wir fordern von der Landesregierung daher, beim vorgelegten Haushaltsplan im Rahmen der Haushaltsberatungen dringend nachzubessern. Sie muss die Zahl der Förderschullehrerinnen und Förderschullehrer aufstocken und die Kürzungen im Ausbildungsbereich zurücknehmen.“

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