Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplatz ist realitätsfern – Wahlkampfgetöse von Bildungsminister Commerçon

Rechtsanspruch auf Ganztagsschulplatz ist realitätsfern – Wahlkampfgetöse von Bildungsminister Commerçon

Zum Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen im Saarland und der Forderung von Bildungsminister Commerçon nach einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer gebundenen Ganztagsschule ist zwar ein erstrebenswertes Ziel, zumal diese Schulen mit ihrem umfassenden Betreuungsangebot einen wichtigen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. Allerdings geht die Forderung von Bildungsminister Commerçon, einen solchen Anspruch im Saarland durchzusetzen, vollkommen an der Realität vorbei. Das ist reines Wahlkampfgetöse. Denn das Saarland ist faktisch überhaupt nicht in der Lage, jeder Schülerin und jedem Schüler einen Platz in einer gebundenen Ganztagsschule anzubieten. Und falls der Ausbau dieser Schulform weiterhin so schleppend wie bislang vorangeht, wird ein Rechtsanspruch auch ein frommer Zukunftswunsch bleiben.

Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie besuchen gerade einmal 6,9 Prozent aller Schülerinnen und Schüler hierzulande eine gebundene Ganztagsschule. Damit liegt das Saarland deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 17,6 Prozent. Diese bescheidene Quote ist der Landesregierung anzurechnen. CDU und SPD haben ihr im Koalitionsvertrag formuliertes Ziel, bis Ende der Legislaturperiode 25 zusätzliche gebundene Ganztagsschulen einzurichten, weit verfehlt. Zurzeit gibt es lediglich 17 dieser Einrichtungen. Bildungsminister Commerçon täte also gut daran, den Ausbau der gebundenen Ganztagsschule zu forcieren und somit eine echte Wahlfreiheit für die Eltern und Schüler zu schaffen, anstatt sie mit reinen Lippenbekenntnissen zu blenden.“

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