Reduzierung des Militärfluglärms: Bouillons Luftnummer

Nach einem Bericht des Saarländischen Rundfunks hat der militärische Fluglärm über dem Saarland im November deutlich zugenommen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Das Vorhaben von Minister Bouillon, den Militärfluglärm über dem Saarland zu reduzieren, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes als Luftnummer entpuppt. Lange Zeit hatte er sich um dieses Thema nicht gekümmert. Erst Mitte 2015, nachdem der Grüne Bundestagsabgeordnete Markus Tressel mit einer Anfrage aufdeckt hat, dass 40 Prozent der militärischen Übungsflüge im Korridor über dem Saarland und der Westpfalz stattfinden, hat Bouillon reagiert. Damals hatte er eine Reduzierung des Fluglärms noch zur Chefsache erklärt.

Seine Bilanz ist jedoch ernüchternd. Es ist ihm bis heute nicht gelungen, vom Bundesverteidigungsministerium eine Zusage darüber zu erhalten, dass die Zahl der Übungsflüge vermindert wird. Vielmehr scheint das Gegenteil der Fall. Laut Daten der Bürgerinitiative Fluglärm hat der Fluglärm im vergangenen Monat deutlich zugenommen.

Bouillon hat auch hier mit vollmundigen Ankündigungen eine große Erwartungshaltung in der Bevölkerung geweckt und diese schwer enttäuscht. Die Leidtragenden sind vor allem die Bürgerinnen und Bürger des Nordsaarlandes, die den ständigen Fluglärm ertragen und eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität hinnehmen müssen.

Wir erwarten von Minister Bouillon, den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken und zuzugeben, dass er in dieser Sache nicht wirklich etwas verbessern kann. Er muss beim Thema Fluglärmreduzierung endlich unsere saarländischen Bundesminister Maas und Altmaier in die Pflicht nehmen. Diese müssen Druck auf die Bundesregierung ausüben, damit die militärischen Übungsflüge künftig gleichmäßig über alle acht Korridore bundesweit verteilt werden. Das würde zu einer deutlichen Lärmentlastung im Saarland führen.“

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