S-Bahnlinie Homburg-Zweibrücken: Landesregierung muss Beschluss über Kostenbeteiligung fassen

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat einen grundsätzlichen Beschluss gefasst, wonach die S-Bahn-Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken reaktiviert werden und im Jahr 2021 wieder ihren Betrieb aufnehmen soll. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Neyses:

„Mit dem Kabinettsbeschluss hat die rheinland-pfälzische Regierung einen großen Schritt in Richtung Reaktivierung der S-Bahnlinie Homburg-Zweibrücken unternommen. Dabei kommt sie dem Saarland, auf dessen Landesfläche 7,5 der elf Streckenkilometer liegen, sogar finanziell weit entgegen und plant, für die Hälfte der Baukosten des Saarlandes aufzukommen. Außerdem sei man bereit, über 20 Jahre 50 Prozent der Betriebskosten zu übernehmen.

Wir begrüßen dieses Vorhaben ausdrücklich. Im Gegensatz zur saarländischen Landesregierung scheint man auf rheinland-pfälzischer Seite das Potenzial der Strecke längst erkannt zu haben. Wir erwarten von Wirtschaftsministerin Rehlinger, angesichts des gestrigen Beschlusses endlich ihre Hinhaltetaktik bei diesem Thema aufzugeben. Die Landesregierung muss zeitnah das Gespräch mit Rheinland-Pfalz suchen, sich auf eine Kostenbeteiligung einigen und einen entsprechenden Kabinettsbeschluss fassen.

Die Planungen für einen Wiederbetrieb der Strecke dürfen nicht noch länger hinausgezögert werden. Schließlich liegt bereits seit März 2015 ein Gutachten auf dem Tisch, dass dieser S-Bahn-Linie mit einem Nutzen-Kosten-Quotienten von 1,25 eine hohe Wirtschaftlichkeit bescheinigt. Die Verbindung würde vor allem Berufspendlern die Chance bieten, auf den ÖPNV umzusteigen und damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des umweltfreundlichen Verkehrs leisten. Außerdem bietet die Strecke auch Potenzial zur Stärkung des Tourismus im Land, da damit das Tourismusgebiet Bliesgau an das S-Bahnnetz Rhein-Neckar angeschlossen würde. Zudem könnte die Reaktivierung der S-Bahnlinie dazu beitragen, den Verkehr entlang der B423 zwischen Homburg und Einöd zu reduzieren.“

 

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