Saar-Wald schützen! – Gegen die Kahlschlag-Politik der Landesregierung

Anlässlich des ‚Tags des Waldes‘ am 21. März erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

 „Unseren Wäldern kommt wegen ihres großen Potenzials zur Bindung von Kohlenstoffdioxid eine wichtige Rolle beim Thema Klimaschutz zu. Bei der saarländischen Landesregierung scheint dies jedoch zunehmend in Vergessenheit zu geraten. Statt sich für den Schutz unserer Wälder einzusetzen, wurden kürzlich seitens der Ministerpräsidentin wieder einmal Forderungen nach dem Bau der sogenannten Nordumfahrung Merzig und damit einer umfangreichen Waldrodung laut – und das, obwohl dieses Projekt längst beerdigt schien.

So müsste für dieses Vorhaben eine Fläche von etwa 30 Hektar Wald abgeholzt werden. Im Jahr 2012 kam ein Umweltverträglichkeitsgutachten im Auftrag des Landesbetriebs für Straßenbau bereits zum Ergebnis, dass alle vorgeschlagenen Varianten für die Nordumfahrung sich erheblich negativ auf die Tier- und Pflanzenwelt und den Wasserhaushalt auswirken würden. Zudem würde der Verkehr in der Ortsdurchfahrt von Merzig nur sehr gering entlastet. Ein solches Projekt wäre damit sowohl ökologischer als auch ökonomischer Unsinn.

Ein weiteres unrühmliches Beispiel ist das Vorhaben der Erweiterung eines Golfplatzes bei Wadern-Nunkirchen von einer 18- auf eine 27-Loch-Anlage. Dafür wäre eine Rodung von alten, teilweise ökologisch sehr hochwertigen Waldbeständen auf einer Fläche von über 120.000 Quadratmetern notwendig. Da für die Erweiterung große Waldflächen im Eigentum der Stadt Wadern in Anspruch genommen würden, erwarten wir vom Umweltministerium und allen zuständigen Behörden, dem Vorhaben einen Riegel vorzuschieben.

Wie wenig Wert die Landesregierung dem Schutz der saarländischen Waldflächen beimisst, zeigt sich auch in aller Deutlichkeit an der geplanten Ansiedlung eines großen Warenhauses im LIK-Nord-Gebiet Betzenhölle bei Neunkirchen. Hierfür müsste eine Fläche von fünf Hektar Wald gerodet werden. Dabei hat das Bundesamt für Naturschutz der Betzenhölle eine besondere Wertigkeit wegen ihres hohen Altholzbestandes bescheinigt. Doch statt die Ansiedlungs-Pläne von Vornherein zu stoppen mit Verweis auf den Naturschutz und die bestehende Verwaltungsvereinbarung, die ein Bebauungsverbot vorsieht, lässt man das Unternehmen Globus sogar noch einen entsprechenden Antrag stellen.“

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