Saarland muss Zahl der Integrationshelfer erhöhen –Betreuungsschlüssel erstellen!

Die Grünen-Landtagsfraktion begrüßt die auf dem Flüchtlingsgipfel beschlossene finanzielle Unterstützung der Länder durch den Bund. Sie fordert weitergehende Maßnahmen, um die Integration von Flüchtlingen zu beschleunigen und in diesem Zusammenhang eine Aufstockung der Stellen für Integrationshelfer im Saarland. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Die auf dem Flüchtlingsgipfel beschlossenen Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung der Länder werten wir als wichtigen Schritt, um die Unterbringung, Betreuung und Integration der vielen asylsuchenden Menschen dauerhaft zu gewährleisten. Es ist nun an der Landesregierung, sicherzustellen, dass diese Gelder gerecht auf die Kommunen verteilt werden, da diese  die finanzielle Hauptlast für die Flüchtlingsunterbringung tragen müssen. Zu bedenken ist allerdings, dass die beschlossene Pro-Kopf-Pauschale angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen auf lange Sicht nicht ausreichen dürfte und im Rahmen von Nachverhandlungen in den kommenden Jahren gegebenenfalls nach oben korrigiert werden muss.

Die ebenfalls beschlossene Vernetzung der Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge mit denen der Bundesagentur für Arbeit halten wir für eine wichtige Maßnahme, um den Flüchtlingen bessere Chancen auf eine schnelle Integration in unsere Gesellschaft und den deutschen Arbeitsmarkt zu geben.

Diese Maßnahmen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Integration auch die alltägliche Begleitung der Flüchtlinge darstellt, gerade in der Anfangszeit. Damit diese Menschen mit denen für sie völlig veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zurechtkommen können, brauchen sie Unterstützung bei Behördengängen und müssen beispielsweise über das Rechtssystem aufgeklärt werden.

In diesem Zusammenhang halten wir es für unerlässlich, die Zahl der hauptamtlichen Integrationshelfer im Saarland deutlich zu erhöhen. Die Realität hierzulande ist, dass eine Fachkraft gleich für mehrere Kommunen und mehrere hundert Flüchtlinge zuständig ist. Die Situation dürfte sich noch dadurch verschärften, dass zurzeit in den Kommunen rund 5000 Flüchtlinge untergebracht sind, sich diese Zahl laut Innenminister Bouillon bis Jahresende jedoch verdoppeln wird. Wir fordern daher von der Landesregierung, endlich einen Betreuungsschlüssel aufzustellen und die Stellen für Integrationshelfer entsprechend auszuweiten.“

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