Schließung der Gemeinschaftsschule Großrosseln: Bildungspolitik der Landesregierung ist verantwortungslos

Wegen zu geringer Schülerzahlen wird die Gemeinschaftsschule in Großrosseln zum Schuljahr 2015/16 geschlossen. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Nach der Gemeinschaftsschule Bous hat der Bildungsminister mit seinem verschärften Schulordnungsgesetz nun auch das Ende des Standorts Großrosseln besiegelt. Offenbar scheint sich die Landesregierung gegen sämtliche Argumente zu sperren, die für eine längere Aufbauzeit der Schulstandorte sprechen.

Zum einen fällt Schülerrückgang in den kommenden Jahren moderater aus, als von der Landesregierung zunächst prognostiziert. Das musste sie in ihrer Antwort auf unsere Große Bildungsanfrage selbst einräumen. Zum anderen ist noch unklar, wie sich die Schülerströme in den nächsten Jahren verteilen werden. Angesichts der Kritik vieler Eltern am achtjährigen Gymnasium ist es durchaus möglich, dass viele künftig auf die Gemeinschaftsschule als Alternative setzen. Kleine Gemeinschaftsschulen wie in Großrosseln könnten so in den kommenden Jahren ihre Schülerzahlen verbessern. Die vorgeschriebene Mindestzahl von 220 Schülerinnen und Schülern nach nur zwei Jahren Aufbauzeit ist also ein völlig falscher Gradmesser.

Wir fordern die Landesregierung nochmals auf, das jetzige Schulordnungsgesetz zu überarbeiten. Die Gemeinschaftsschulen brauchen eine Aufbauzeit von wenigstens fünf Jahren. Außerdem ist es dringend erforderlich, dass der Bildungsminister endlich die Oberstufenstandorte bekannt gibt. Die Eltern brauchen eine echte Alternative zu G8, damit die Kinder auch nach neun Jahren zum Abitur kommen können.

Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler die Sturheit und Verweigerungshaltung dieser Landesregierung ausbaden müssen. Zudem stellt für Kinder jeder Schulwechsel eine große Belastung dar, da sie sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden müssen. Die Schülerinnen und Schüler wegen eines verfehlten Schulordnungsgesetzes zum Wechsel zu zwingen, wie es die Landesregierung tut, ist schlicht verantwortungslos.“

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