Schulobstprogramm muss erfolgreich bleiben – Landesmittel aufstocken!

Ab sofort läuft im Saarland die Anmeldephase für das Schulobstprogramm im Schuljahr 2016/17. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Das EU-Schulobstprogramm, das im Jahr 2009 vom Saarland als erstem Bundesland eingeführt wurde, leistet einen großen Beitrag zur Ernährungsbildung junger Menschen. Dies ist umso wichtiger, als dass durch falsche Ernährung immer mehr Kinder übergewichtig oder sogar adipös werden. So lag im Saarland der Anteil von fünfjährigen Jungen, die unter Übergewicht leiden, im Jahr 2015 bei 5,7 Prozent, bei gleichaltrigen Mädchen bei sechs Prozent. 4,5 Prozent der Jungen und 4,8 Prozent der Mädchen sind adipös (Angaben des 3. Berichts zur Gesundheit und gesundheitlichen Versorgung von Grundschulkindern im Saarland).

Es ist daher ein richtiger Schritt, dass das Saarland auch im kommenden Schuljahr Grund- und Förderschulen sowie Kitas wieder die Gelegenheit gibt, an dem Schulobstprogramm teilzunehmen. Allerdings stellt sich die berechtigte Frage, ob die bereitgestellten Finanzmittel ausreichend sein werden, um alle teilnehmenden Einrichtungen drei Mal pro Woche mit frischem Obst und Gemüse zu beliefern. Denn schon im laufenden Schuljahr hat Umweltminister Jost seit Februar das Schulobstprogramm drastisch reduziert. Seither erhalten die Kinder im Rahmen des Programms nur noch einmal wöchentlich Obst und Gemüse. Begründet hat Minister Jost diesen Schritt mit aufgebrauchten Finanzmitteln, sowohl was die Landesmittel- als auch die EU-Fördermittel angeht.

 

Da sich die Gesamtsumme von 920.000 Euro für das Programm im Vergleich zum Vorjahr nicht erhöhen wird und Jost selbst davon spricht, dass die Nachfrage steigt, halten wir eine Aufstockung der vom Land bereitgestellten Mittel für unerlässlich. Nur so wird eine ganzjährige Belieferung mit Obst und Gemüse an drei Tagen pro Woche möglich sein. Darüber hinaus fordern wir von Minister Jost, den Fehlbetrag von 200.000 Euro für das jetzige Schuljahr mit Landesmitteln aufzubringen, um die Schulen und Kitas wieder drei Mal wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse versorgen zu können. Es handelt sich hierbei schließlich um Investitionen in die Gesundheit unserer Kinder.“

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