Steigende Schulabbrecherquote: Kleinere Klassen, mehr gebundene Ganztagsschulen!

Laut aktuellem ‚Chancenspiegel‘ der Bertelsmann Stiftung ist die Schulabbrecherquote im Saarland bei Kindern mit Migrationshintergrund  von 9,3 Prozent im Jahr 2011 auf 12,9 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Kinder aus Flüchtlingsfamilien und generell solche mit Migrationshintergrund sind auf eine besonders intensive pädagogische Betreuung angewiesen, alleine schon aufgrund der sprachlichen Hürden. Dass die Schulabbrecherquote dieser Kinder im Saarland in den vergangenen Jahren gestiegen ist, verdeutlicht, dass wir das Betreuungsverhältnis in den Schulen dringend verbessern müssen. Das muss in erster Linie bedeuten, die Lerngruppen zu verkleinern und mehr Lehrpersonal einzustellen.

Die bisherige Aufstockung der Lehrerstellen folgt lediglich dem Anstieg der Schülerzahlen infolge der Flüchtlingssituation. Qualitative Verbesserungen, insbesondere im Bereich der Sprachförderung, werden dadurch nicht erreicht. Wir sprechen uns deshalb für eine Absenkung der Klassengrößen an Grundschulen auf maximal 20, an weiterführenden Schulen auf maximal 25 Schülerinnen und Schüler aus.

Ein solcher Schritt ist auch vor dem Hintergrund nötig, dass in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der Flüchtlingskinder in den saarländischen Schulen deutlich gestiegen ist. Werden nicht frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen, um diese Kinder angemessen zu betreuen, ist zu befürchten, dass die Abbrecherquote in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Die Rahmenbedingungen zu verbessern, muss auch bedeuten, die gebundenen Ganztagsschulen im Saarland konsequent auszubauen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit, zumal vor allem Kinder mit besonderem Förderbedarf von der ganztägigen pädagogischen Betreuung profitieren. Wie der ‚Bildungsmonitor 2016‘ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gezeigt hat, besuchen im Saarland in der Sekundarstufe I lediglich 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine gebundene Ganztagsschule. Im Bundesdurchschnitt sind es 39,6 Prozent. CDU und SPD sind hier weit hinter ihrem Ziel aus dem Koalitionsvertrag, bis Ende der Legislaturperiode 25 zusätzliche Gebundene Ganztagsschulen einzurichten, zurückgeblieben. Aktuell gibt es lediglich 17.“

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