Überlastung des Lehrpersonals: Gesundheitsmanagementplan von Minister Commerçon ist Luftnummer

Zu dem von Bildungsminister Commerçon vorgestellten Gesundheitsmanagementplan „Gesunde Schule Saarland“ erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Wir halten das vom Bildungsminister angekündigte Maßnahmenpaket für nichts weiter als heiße Luft. Denn um die Ursache für die zahlreichen Burn-Out-Fälle beim Lehrpersonal, nämlich der Arbeitsüberlastung, zu beseitigen, ist darin kein einziger konkreter Handlungsvorschlag zu finden. Allein Dienstvereinbarungen zur Vereinbarung von Familie und Beruf, zum Thema Sucht oder zur aktiven Gesundheitsförderung auf den Weg zu bringen und eine Beratungsstelle einzurichten, ist absolut unzureichend und wird dem Kernproblem nicht gerecht.

Dieses entsteht dadurch, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit immer mehr Aufgaben betreut werden. Darunter fallen die steigende Zahl erziehungsschwieriger Schülerinnen und Schüler, die zunehmende Zahl an Flüchtlingskindern sowie die Umsetzung der Inklusion. Darüber hinaus verschärft die Landesregierung mit ihrem völlig verfehlten Stellenabbau beim Lehrpersonal die Situation sogar noch und trägt so zur weiteren Arbeitsverdichtung und Überlastung der Lehrerinnen und Lehrer bei.

Wir fordern von Bildungsminister Commerçon, endlich konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation für Lehrkräfte auf den Tisch zu legen. Zum einen muss die sogenannte Altersermäßigung, also die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrerinnen und Lehrer ab einem Alter von 60 Jahren, ausgeweitet werden. Dies ist allein schon wegen der Anhebung des Pensionsalters auf 67 Jahre notwendig. Außerdem fordern wir, die Betreuungsrelation von Schülern und Lehrern durch eine Reduzierung der Klassengrößen zu verbessern. Darüber hinaus ist es dringend erforderlich, zumindest an jeder größeren Schule eine feste Schulsozialarbeiterstelle einzurichten.

Mit diesen Maßnahmen einhergehen muss auch ein Verzicht auf den geplanten Abbau von 588 Lehrerstellen bis zum Jahr 2020. Dies ist umso wichtiger vor dem Hintergrund, dass vor allem durch die steigende Zahl an Flüchtlingskindern die Aufgaben der Lehrpersonals in Zukunft noch weiter zu- statt abnehmen werden. Bildungsminister Commerçon muss hier dringend die Reißleine ziehen. Ansonsten ist zu befürchten, dass die Zahl dienstunfähiger Lehrerinnen und Lehrer aufgrund von Überlastung dramatisch zunehmen wird.“

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