Unbesetzte Rektorenstellen an Grundschulen: Landesregierung muss bessere Rahmenbedingungen schaffen

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband kritisiert die hohe Arbeitsbelastung und zu geringe Besoldung von Grundschulrektoren (vgl. Saarbrücker Zeitung, 21.11.2014, Seite B2). Dies mache es schwierig, Personal für vakante Stellen zu finden. Hierzu erklärt der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir müssen dringend mehr Anreize für Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer schaffen, um offene Rektorenposten attraktiver zu machen. Es darf ihnen nicht zugemutet werden, zusätzliche Tätigkeiten im Bereich der Schulleitung wahrzunehmen, ohne ihre regulären Unterrichts- und Betreuungsaufgaben einzuschränken. Darüber hinaus müssen Rektoren an vielen Grundschulen zusätzliche Verwaltungsaufgaben erledigen, da dort kein Sekretariatspersonal vorhanden ist.

Ist das Lehrpersonal überfordert, geht dies letztlich zu Lasten der Qualität der Bildung unserer Kinder. Wir fordern von der Landesregierung daher, dringend die Rahmenbedingungen für Grundschulleiterposten zu verbessern. Dazu ist es zum einen nötig, die Unterrichtsverpflichtung der Rektoren zu verringern. Im Ländervergleich hat das Saarland hier eine der schlechtesten Regelungen.

Darüber hinaus brauchen wir ein neues Verfahren zur Beförderung der Lehrerinnen und Lehrer. Grundschulleiter müssen bisher mindestens zwei Jahre im Amt sein, bevor sie in eine höhere Besoldungsgruppe aufsteigen können. Angesichts der Tatsache, dass sie vielfältige Zusatzaufgaben erledigen müssen und wir einen Bewerbermangel haben, fordern wir eine deutliche Verkürzung der Beförderungswartezeiten. Die Landesregierung muss außerdem die Zulagenverordnung für Lehrkräfte überarbeiten mit dem Ziel, die Bezahlung der Rektorinnen und Rektoren grundsätzlich zu verbessern.

Die prekäre Personalsituation der Grundschulen verdeutlicht zudem, wie sinnwidrig der geplante Stellenabbau der Landesregierung beim Lehrpersonal ist. Wir fordern daher von Bildungsminister Commerçon, auf die im Haushaltsentwurf geplante Streichung von 20 Grundschullehrerstellen zu verzichten. Der Stellenabbau verbietet sich alleine schon vor dem Hintergrund, dass die Schulen ab diesem Jahr die Inklusion umsetzen müssen. Immer mehr Aufgaben für immer weniger Personal führt letztlich zu nichts anderem als zum Bildungsabbau und einem Qualitätsverlust in der Schule. Das dürfen wir uns nicht erlauben.“

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