Wartezeiten für Lehramtsanwärter im Saarland sind unzumutbar – Ausbildungskapazitäten erhöhen!

Lehramtsanwärter im Saarland müssen zum Teil mehrere Jahre auf eine freie Referendarstelle warten, um ihre Ausbildung abschließen zu können. Laut Medienberichten kommen auf 450 Bewerber zurzeit lediglich 59 freie Referendarstellen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Dass Referendarinnen und Referendare hierzulande teilweise bis zu zwei Jahre auf eine entsprechende Stelle warten müssen, ist das Ergebnis der verfehlten Sparpolitik der Landesregierung im Bereich des Lehrpersonals. Angesichts der Tatsache, dass Bildungsminister Commerçon bis zum Jahr 2020 insgesamt 588 Lehrerstellen streichen will, ist nicht zu erwarten, dass sich die jetzige Situation der Lehramtsanwärterinnen und -anwärter künftig verbessern wird. Im Gegenteil: Mit solch düsteren Zukunftsperspektiven wird die Landesregierung Lehramtsstudierende und junge Menschen, die sich für die Aufnahme eines Studiums interessieren, langfristig aus dem Land treiben.

Dabei sind die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich keineswegs zu rechtfertigen. Denn vor dem Hintergrund, dass die Schulen die Inklusion umsetzen müssen und angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation auch die Zahl von Flüchtlingskindern an den Schulen steigen wird, ist der geplante Lehrerstellenabbau nicht vertretbar. Zudem muss besonders an den Gymnasien die Schüler-Lehrer-Relation mit einer Verkleinerung der Klassen dringend verbessert werden.

Wir fordern von Bildungsminister Commerçon daher, auf den Lehrerstellenabbau in diesem Umfang zu verzichten und mehr Ausbildungskapazitäten für Anwärter zu schaffen. Dies muss mit einer Ausweitung der Stellen für Fachleiter, die für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare zuständig sind, einhergehen. Es ist der falsche Weg, die Ausbildungsplatzsituation allein am voraussichtlichen späteren Bedarf zu messen, wie es die Landesregierung praktiziert. Denn einerseits ist der künftige Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern schon aufgrund der jetzigen Flüchtlingssituation nur schwer kalkulierbar. Darüber hinaus müssen die Bundesländer ein breites Angebot an qualifizierten Lehramtsanwärtern haben, aus dem sie wählen können.“

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