Welternährungstag: Lebensmittelverschwendung eindämmen, Direktvermarktung stärken!

Welternährungstag: Lebensmittelverschwendung eindämmen, Direktvermarktung stärken!

Zum Welternährungstag am 16. Oktober erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Rund 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln wandern laut der Naturschutzorganisation WWF in Deutschland jährlich in den Müll, während weltweit 800 Millionen Menschen an Unterernährung leiden. Im Schnitt wird jedes achte Produkt, das wir einkaufen, weggeworfen. Eine solche Lebensmittelverschwendung ist auch unter ökologischen Gesichtspunkten fatal. Denn dadurch werden alleine in Deutschland jährlich 48 Millionen Tonnen an Treibhausgasen unnötig ausgestoßen. Angesichts dieser Zahlen reicht es auch nicht aus, die Bevölkerung schlicht mit Aufklärungskampagnen zu sensibilisieren.

Wir müssen deutlich mehr Anstrengungen unternehmen, um die Lebensmittelverschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Es darf nicht länger hohe Subventionen für die industrielle Agrar- und Lebensmittelproduktion geben, wo nach dem Motto „Masse statt Klasse“ verfahren wird. Stattdessen müssen regionale Wirtschaftskreisläufe, der Biolandbau und die Direktvermarktung wesentlich stärker finanziell unterstützt werden. Denn je kürzer die Wege vom Erzeuger zum Verbraucher und je kürzer die Lagerzeiten sind, desto mehr Müll wird letztlich vermieden. In diesem Zusammenhang erwarten wir auch von Umweltminister Jost, den Förderstopp bei der Umstellung auf den Ökolandbau aufzugeben und mehr ELER-Fördermittel hierfür bereitzustellen.

Darüber hinaus brauchen die Bürgerinnen und Bürger deutlich bessere Möglichkeiten, um bedarfsgerecht einkaufen zu können. Dazu zählt es, auch Verpackungsgrößen für Ein-Personen-Haushalte bereitzustellen und im Handel mehr auf Bedientheken für Obst und Gemüse zu setzen. Hier sehen wir die Bundesregierung gefordert, bestehende unsinnige Handelsnormen aufzuheben. Außerdem muss die Zusammenarbeit zwischen dem Handel und sozialen Einrichtungen wie Tafeln intensiviert werden.
Zudem erwarten wir von der Landesregierung, zügig die in einem Plenarantrag angekündigte Bundesratsinitiative für ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung zu ergreifen. Dieses Gesetz sollte sich am Vorbild Frankreichs orientieren. Dort sind Lebensmittelhändler dazu verpflichtet, unverkaufte Ware entweder zu spenden, als Tiernahrung zu nutzen oder als Kompost für die Landwirtschaft bereitzustellen.“

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