Weltkindertag: Armutsrisiken mit umfassenden Betreuungsangeboten im Bildungsbereich mindern

Anlässlich des heutigen Weltkindertages erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Deutschlandweit ist mehr als jedes siebte Kind von Armut bedroht, da seine Eltern Hartz-IV-Leistungen beziehen. Im Saarland liegt die Quote mit 17,6 Prozent laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung sogar noch höher. Anlässlich des heutigen Weltkindertages stellen wir uns die Frage, welche Rahmenbedingungen die Politik schaffen muss, um diesen jungen Menschen aus sozial schwächeren Verhältnissen eine gute Zukunftsperspektive zu geben.

Entscheidend hierfür ist eine nachhaltige Förderung und Betreuung von Kindesbeinen an. Gerade Eltern aus bildungsfernen Schichten sind häufig darauf angewiesen, dass ihre Kinder eine intensive pädagogische Unterstützung erhalten, besonders, wenn sie alleinerziehend und berufstätig sind. Das muss bedeuten, die ganztägigen Betreuungsangebote sowohl im Bereich der vorschulischen als auch der schulischen Bildung auszubauen. Was die Kitas angeht, sehen wir die Landesregierung gefordert, das Betreuungsverhältnis deutlich zu verbessern und für mehr Personal in den Einrichtungen zu sorgen. Denn Tatsache ist, dass das Saarland im Kindergartenbereich mit einer Betreuungsquote von 1 zu 9,6 noch deutlich unter den Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung von 1 zu 7,5 liegt.

Einen weiteren Aspekt stellt der Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen dar. In diesen Einrichtungen erhalten die Kinder wichtige Unterstützungsangebote, darunter auch die Hausaufgabenbetreuung, mit denen ihre Eltern oftmals überfordert sind. Die Landesregierung ist hier in der Bringschuld, zumal im Saarland lediglich 6,9 Prozent aller Schüler eine solche Schule besuchen. Im Bundesdurchschnitt sind es 17,6 Prozent.

Über all dem darf nicht der erhebliche Kostenfaktor für die frühkindliche Bildung vergessen werden. Die Beiträge, die für einen Kita-Platz entrichtet werden müssen, wachsen stetig. Die Bildung unserer Kinder ist jedoch ein wichtiger Faktor sozialer Gerechtigkeit und darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Daher wäre es perspektivisch wünschenswert, die Kitas beitragsfrei zu gestalten. Da dies in der aktuellen Haushaltssituation des Landes jedoch nicht umzusetzen ist, fordern wir eine einkommensabhängige Gebührenstaffelung, die für alle Kinderkrippen- und Kindergartenjahre gilt. Nur damit wird sich letztlich vermeiden lassen, dass Bildung zum Luxusgut wird.“

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