Welttierschutztag: Alternativmethoden zu Tierversuchen fördern, Fuchsjagd aussetzen, Wildtierverbot für Zirkusse erlassen!

Anlässlich des Welttierschutztags am heutigen 4. Oktober erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Wir müssen Tiere als Mitgeschöpfe achten und schützen. Dieser Auftrag ist sowohl als Staatsziel im Grundgesetz als auch in der saarländischen Verfassung verankert. Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass dem wichtigen Thema Tierschutz auch heute noch deutlich zu wenig Bedeutung beigemessen wird.

So haben Tierversuche in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Alleine im Saarland lag die Zahl im Jahr 2013 bei rund 22.000 und damit viermal so hoch wie im Jahr 2002. Dabei können Ergebnisse von Tierversuchen keineswegs zuverlässig auf den Menschen übertragen werden, weshalb der Nutzen dieser grausamen Praxis häufig fragwürdig ist. Es muss also dringend ein Umdenken stattfinden, auch bei der saarländischen Landesregierung. Sie darf das Thema Tierschutz nicht als Randthema betrachten und muss sich für die Entwicklung und Anwendung von pharmazeutischen Alternativmethoden einsetzen. Wissenschaftlicher Fortschritt und Tierschutz dürfen einander nicht ausschließen.

Darüber hinaus fordern wir von der Landesregierung, Füchse nicht länger ohne jegliche Rechtfertigung zur Zielscheibe von Jägern zu machen. Zum einen haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Bejagung keine langfristigen Auswirkungen auf die Population hat. Zum anderen sind die Argumente, mit denen die Landesregierung die Beibehaltung der Fuchsjagd verteidigt, beispielsweise der Schutz vor Tollwut, völlig haltlos. Denn Tatsache ist, dass seit dem Jahr 2008 in Deutschland kein einziger Tollwut-Fall mehr aufgetreten ist.

Auch gibt es keinen Beleg dafür, dass Füchse zum Rückgang der Bestandszahlen des Rebhuhns beitragen. Hierzu hat vielmehr die exzessive Landwirtschaft geführt, was die Landesregierung auch selbst in der Antwort auf eine Anfrage unserer Fraktion dargelegt hat. Wir fordern daher, wie auch Luxemburg die Fuchsjagd zunächst für die Dauer von einem Jahr auszusetzen, um danach eine Aufnahme der Bestandszahlen zu machen.

Auch auf Bundesebene brauchen wir dringend bessere Regelungen in Bezug auf den Tierschutz. Dies gilt insbesondere für die Haltung von Wildtieren in Zirkussen, die wir kategorisch ablehnen. Die Tiere werden ständigem Stress ausgesetzt, ihr natürlicher Bewegungsdrang wird stark eingeschränkt. Hinzu kommen fragwürdige Dressurmethoden. Die Landesregierung muss gegenüber der Bundesregierung darauf drängen, eine entsprechende rechtliche Grundlage für ein Wildtierverbot zu schaffen. Zahlreiche EU-Länder sind Deutschland in dieser Frage bereits voraus und haben eine solche Regelung längst verabschiedet.“

 

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