Weniger Militärfluglärm: Bouillon muss Biss beweisen

Zur Ankündigung von Innenminister Klaus Bouillon, mit dem Bund Gespräche über eine Reduzierung des militärischen Fluglärms aufzunehmen, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Wir begrüßen es, dass der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Tressel die saarländische Landesregierung mit seiner Anfrage zum Thema militärischer Fluglärm wachrütteln konnte. Dass Innenminister Bouillon nun das Gespräch mit dem Bundesverteidigungsministerium suchen will, ist längst überfällig. Schließlich haben in den vergangenen drei Jahren die Beschwerden der saarländischen Bevölkerung über militärischen Fluglärm exorbitant zugenommen. Während es im Jahr 2012 noch 896 Lärmbeschwerden gab, waren es im vergangenen Jahr bereits 2685. Bislang hatte die Landesregierung zum Leidwesen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger jegliche Initiative zur Reduzierung des Fluglärms vermissen lassen. Dabei hat sie sich dieses Ziel in ihrem Koalitionsvertrag eindeutig auf die Fahnen geschrieben.

Innenminister Bouillon muss nun bei den Gesprächen im Bundesverteidigungsministerium Biss zeigen und seinen kraftvollen verbalen Ankündigungen auch konkrete Taten folgen lassen. Vor dem Hintergrund, dass 40 Prozent aller militärischen Flugübungen im Korridor über dem Saarland und der Westpfalz stattfinden, ist er in der Pflicht, auf eine drastische Reduzierung des Flugverkehrs zu drängen. Wir erwarten, dass er eine gleichmäßige Verteilung der Militärflugübungen auf alle acht Zonen bundesweit einfordert. Darüber hinaus muss sich der Innenminister für eine einheitliche Regelung der Lärmobergrenzen für Militärflüge einsetzen, wie sie im zivilen Luftverkehr längst üblich sind. Die Landesregierung darf nicht akzeptieren, dass die Lebensqualität und Gesundheit der vom Fluglärm belasteten Bürgerinnen und Bürger weiterhin gefährdet wird.“

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