Zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt: Artensterben mit ökologischem Landbau aufhalten!

Laut einem Bericht des Bundesamts für Naturschutz (BfN) ist jede dritte in Deutschland untersuchte Art gefährdet. Vor dem Hintergrund des morgigen internationalen Tags der biologischen Vielfalt (22. Mai) erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich, hierzu:

 „Die Zahlen des Bundesamts für Naturschutz sind alarmierend. 31 Prozent der Arten sind in ihrem Bestand gefährdet. Bei wirbellosen Tieren sind es sogar 46 Prozent. Diese dramatische Entwicklung muss ein Weckruf dafür sein, dass im Bereich der Landwirtschaft endlich ein Umdenken stattfindet. Wir müssen weg von der übertriebenen Züchtung von Monokulturen, die vielen Lebewesen mehr und mehr ihre Ernährungs- und damit Existenzgrundlage raubt. Ein maßgeblicher Treiber des Artensterbens ist auch das in Düngemitteln enthaltene Nitrat, das infolge der intensiven Landwirtschaft in immer größeren Mengen ins Grundwasser gelangt. Zudem geriet kürzlich das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat aufgrund seiner Gefährlichkeit in die Schlagzeilen, weshalb wir von Seiten der EU einen Zulassungsstopp fordern.

Der Schutz der biologischen Vielfalt ist jedoch eine Querschnittsaufgabe, der sich nicht nur die EU- und Bundesebene, sondern auch unmittelbar die Landesebene stellen muss. Wir fordern von der saarländischen Landesregierung eine effektive Biodiversitätsstrategie, deren Ziel in einer ökologisch verträglichen Landwirtschaft bestehen muss. Um die Artenvielfalt zu fördern, müssen wir vom Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger wegkommen.

Zudem fordern wir, mehr stickstoffbindende Pflanzen anzubauen. Diese reduzieren nicht nur die Bildung des Klimakillers CO2. Sie fördern auch den Humusaufbau, was die Fruchtbarkeit der Böden erhöht. Darüber hinaus muss der Anteil der ökologischen Vorrangflächen erhöht werden. Dies entspricht im Übrigen auch den Zielen der europäischen Agrarpolitik. Solche Maßnahmen sind ein wichtiger und aus unserer Sicht unerlässlicher Schritt, um die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Jeder Tag der Untätigkeit führt lediglich dazu, dass mehr und mehr Arten unwiederbringlich verschwinden.“

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