Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche: Entwicklung von Alternativmethoden fördern!

Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche (18. April) erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Wir beobachten mit großer Sorge die bundesweit seit Jahren zunehmende Anzahl von Tierversuchen. Auch die Zahlen für das Saarland sind alarmierend: Hier gab es im Jahr 2013 rund 22.000 Versuche an Tieren. Seit 2002 hat sich die Zahl sogar vervierfacht. Dabei ist der wissenschaftliche Nutzen einer solchen grausamen Praxis mehr als fraglich. So können die Ergebnisse von Tierversuchen keinesfalls zuverlässig auf den Menschen übertragen werden. Ein Beispiel ist das Rheumatikum Vioxx. Dieses wurde bei Tieren erfolgreich getestet. Bei Menschen zeigte es jedoch teilweise erhebliche Nebenwirkungen und führte in manchen Fällen zu Herzinfarkten, Thrombosen und Schlaganfällen, weshalb es wieder vom Markt genommen werden musste.

Trotz dieser Fakten zeigt die saarländische Landesregierung keine Bemühungen, sich für die Entwicklung und Anwendung von pharmazeutischen Alternativmethoden einzusetzen oder entsprechende Projekte zu planen. Dafür sind keinerlei Haushaltsmittel vorgesehen.

Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden. Der Tierschutz ist sowohl im Grundgesetz als auch in der saarländischen Landesverfassung als Staatsziel definiert. Es ist unser Auftrag, Tiere zu achten und zu schützen. Wir fordern von der Landesregierung und im Besonderen vom Tierschutzbeauftragen Hans-Friedrich Willimzik , den Tierschutz nicht länger als Randthema zu behandeln. Sie müssen das Gespräch mit Forschungseinrichtungen im Land, Tierschutzverbänden und anderen wichtigen Akteuren suchen. Ziel muss es sein, künftig verstärkt auf Alternativmethoden zu setzen und entsprechende Projekte anzustoßen. Wissenschaftlicher Fortschritt und Tierschutz dürfen einander nicht ausschließen.“

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