Zum Weltkindertag: Bildungspolitik nachhaltig gestalten!

Am Sonntag, 20. September, findet der diesjährige Weltkindertag unter dem Motto „Kinder willkommen!“ statt. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

 „Kinder sind unsere Zukunft. Dieser Satz mag banal klingen, muss jedoch der oberste Grundsatz einer nachhaltigen Bildungspolitik sein. Um unserem Nachwuchs eine Zukunftsperspektive zu geben und letztlich einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen, ist eine hervorragende und frühzeitige Förderung Grundvoraussetzung. Dies gilt auch für die vielen Kinder und Jugendlichen aus Syrien und anderen Krisengebieten, die  Zuflucht in unserem Land suchen. Gerade sie sind auf besonders intensive Betreuung und Förderung angewiesen, damit sie die Chance erhalten, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Um das zu gewährleisten, besteht an vielen Stellen noch Nachholbedarf – auch im Saarland. Ein Beispiel ist das Betreuungsverhältnis in den Kindergärten. So kommen auf eine Erzieherin beziehungsweise einen Erzieher hierzulande im Schnitt 9,8 Kinder. Von einem angemessenen Betreuungsverhältnis von 1 zu 7,5, wie es die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, sind wir weit entfernt. Im Bereich der Kinderkrippen sieht es noch schlechter aus. Hier hat die Landesregierung die Gruppengrößen sogar von zehn auf elf erhöht und Ausgaben um 1,3 Millionen Euro gekürzt.

Diese Maßnahmen werden langfristig zu einem erheblichen Qualitätsverlust in der Förderung und Betreuung unseres Nachwuchses führen. Denn die Anforderungen an das Kita-Personal sind durch die Umsetzung der Inklusion, die Betreuung von Flüchtlingskindern und die damit notwendige Sprachförderung gestiegen und werden angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation noch weiter steigen. Die Landesregierung muss dringend nachjustieren und für eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Kitas zu sorgen, um sich letztlich den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung anzunähern.

Die fehlgeleitete Bildungspolitik der Landesregierung setzt sich im Schulbereich fort. So rechnet man damit, dass bis zum Jahresende insgesamt 3000 weitere Flüchtlingskinder im Saarland eingeschult werden. Um sie angemessen betreuen und fördern zu können, reicht es nicht aus, den Stellenabbau im Lehrerbereich zu reduzieren und Personal lediglich befristet einzustellen. Die Sicherung der Qualitätsentwicklung an den Schulen ist keine befristete Aufgabe, sondern eine Daueraufgabe. Bildungsminister Commerçon muss daher den Stellenabbau bis zum Jahr 2020 vollständig aufgeben. Zudem muss der Bereich der Schulsozialarbeit dringend gestärkt werden, um das Lehrpersonal nachhaltig zu entlasten.“

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