Zunehmende Zahl an Flüchtlingskindern: Bildungsminister Commerçon ohne vorausschauende Personalplanung

Zunehmende Zahl an Flüchtlingskindern: Bildungsminister Commerçon ohne vorausschauende Personalplanung

In der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses hat Minister Commerçon über die Situation an den saarländischen Schulen zum Schuljahresbeginn auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl an Flüchtlingskindern berichtet. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Bildungsminister Commerçon hat keinerlei Konzept für eine vorausschauende Personalisierung an den saarländischen Schulen. Zwar hat er angekündigt, angesichts der aktuellen Entwicklung der Schülerzahlen den Lehrerstellenabbau in den kommenden beiden Jahren abzumildern Demnach sollen im Jahr 2016 nur 71 statt 97, im folgenden Jahr 79 statt 94 Lehrerstellen wegfallen.

Damit wird die Landesregierung der Situation an den Schulen jedoch in keiner Weise gerecht. Denn laut ihrer aktuellen Prognose werden bis zum Jahresende insgesamt 3000 weitere Kinder aus Flüchtlingsfamilien im Saarland eingeschult werden. Um diese Schülerinnen und Schüler angemessen betreuen und fördern zu können, reicht es nicht aus, den Stellenabbau zu reduzieren.

Es ist ebenso völlig unzureichend, zusätzliches Personal lediglich befristet einzustellen, da die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer in den kommenden Jahren nicht ab-, sondern aller Voraussicht nach noch zunehmen wird. Dies liegt nicht nur an der stetig wachsenden Zahl zu beschulender Flüchtlingskinder, sondern auch an zusätzlichen Betreuungsaufgaben der Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise durch die Umsetzung der Inklusion. Die Sicherung der Qualitätsentwicklung an den Schulen ist keine befristete Aufgabe, sondern eine Daueraufgabe.

Wir fordern von der Landesregierung daher, dem Aufruf der Gewerkschaften zu folgen und beim Personalabbau dringend nachzuverhandeln. Das Ziel muss sein, den Stellenabbau im Lehrerbereich bis zum Jahr 2020 vollständig aufzugeben. Wenn sich die Verhältnisse im Land durch die steigenden Flüchtlingszahlen ändern, ist die Landesregierung auch gefordert, ihr Sparkonzept zu verändern.“

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